Björn_in_Shanghai

31August
2011

Uuuuuund los!

Tschüss Deutschland!

Danke Steffi fürs Fahren!

Der Flug war problemlos und stressfrei. Wenn das für den Rest der Reise auch gilt, wirds zwar nett, aber langweilig!

Was ist das erste, das Jemandem ins Gesicht springt, wenn er aus dem Flugzeug steigt? Hohe Temperatur und hohe Luftfeuchtigkeit. Selbst nach einem Zwischenstop in Dubai kann einem das hier drüben am östlichen Zipfel Chinas ganz ordentlich den Rest geben, vor allem wenn man aus Gepäckplatznot noch nen Wollpulli und ne Jacke trägt Lachend

Das Zimmer ist vom Feinsten, ein Willkommensbier symbolisiert die Krönung des Tages. Nach 9000km und 14h Flug plus 4 h Aufenthalt in Dubai, da nimmt ein Tsingtao bier im klimatisierten Apartment sogar aus der Dose den Platz der Oase in der Wüste ein. Angekommen!

Zähneputzen in Dubai - nette Sitznachbarin :-)Chinesischkurs Kollegen zufällig am Flughafen getroffen

Der nächste Tag schickt mich zu den baldigen Arbeitskollegen und zu einer Pizzaria, die mir nicht wirklich das gibt, was ich hier in China erwartet hatte, wohl aber den Magen füllt, was ohne Frühstück natürlich schonmal nicht schlecht ist. Es kommt die Frage auf, inwieweit sich das chinesische Leben in meinem Alltag etablieren soll. Wie weit bin ich bereit zu gehen um mir eben nicht mehr westlich vorzukommen und wie lange werde ich das durchhalten?

Die erste Bahnfahrt schlägt mir bei genau dieser Frage ins Gesicht. Man steht nicht nur in der U-Bahn, sondern man ist selbst die Attraktion der U-Bahn. Alle Leute schauen einen an, was im Gegensatz zu Deutschland tatsächlich nicht an den immensen Schweißflecken liegt!

Tagesplan: Büro anschauen - check, Bahncard aufladen - check, Zimmer einräumen - check, Portemonait entrümpeln weil man den ganzen Kram hier eh nicht braucht - check, Hemden schneidern lassen - aha! los gehts. Es verschlägt mich zum "Shanghai - Science and Technology Museum". "Wenn du in der U-Bahn bist, dann siehst du das schon", hat es geheissen. Tatsache! Ein Labyrinth an..... Allem, wie sich am nächsten Tag rausstellen sollte. Die Fülle der Schneider, die für ihren Laden werben ist gigantisch und die Preise sind der Hit. Es beschert mir 3 maßgeschneiderte Hemden bis Samstag in 3 verschiedenen Stoffen für fabelhafte 100 Yuan each (ca10Euro) und ich bin zufrieden. Die Frage des Tages, welchen Schneider man nehmen soll erübrigt sich recht schnell, wie sich später rausstellen soll, denn der nächste Tag offenbart, dass es nicht nur unendlich viele Schneider an der einen Seite der U-Bahn gibt, sondern dass sich am anderen Ende der U-Bahn Heerscharen von Fakeartikelverkäufern entpuppen, ein Labyrinth, dass komplizierter ist als ein deutscher Gang zum Amt. Schaut man sich die Waren der Verkäufer an, so entdeckt man schnell, dass alles ähnlich ist. Also: Viele Leute verkaufen die Sachen von Wenigen. Vermutung: Es gibt wahrscheinlich sogar eine Großschneiderei die alles näht, daher ist auch die gezielte Auswahl des Tailors hinfällig, dies gilt es aber noch zu prüfen.

Fakezeug Labyrinth - ein Gang

Der weitere Tag beschert mir die atemberaubenden Ausblicke der östlichen Seite des Huangpu Flusses. Hier in Pudong (Fluss-ost) steht der Oriental Pearl Tower, das Finance Building (Flaschenöffner) und das Jin Mao Building. Sehr oberflächlich betrachtet wirken sie schön, gigantisch, monströs. Was sich in ihrem Inneren verbirgt, wird hoffentlich bald gelüftet.

Oriental Pearl at

Die Westseite (Puxie) lässt mich eben diese Gebäude am nächsten Tag aus dezenter Flussentfernung betrachten von einer Bank aus, auf der ich von einer der zahlreichen Sicherheitskräfte freundlich, vorsichtig, sprachunbegabt hingewiesen werde, dass die Füße bitte nicht auf die Bank gehören, sondern auf den Boden. Da ich nicht ins Gefängnis möchte, gehorche ich brav.

Modernste Stadt - ranzigster Kahn

Mit meinen heute erstandenen 3 PoloShirts für je 100 Yuan mit abgefahrenen Markennamen, die mir als armen Studenten kein Begriff sind und mit einer neuen Tasche, die all meine 100 Kleinigkeiten aus meinen Taschen aufnimmt (Stadtführer, Karte, Portemonait, Schlüssel, separate U-Bahnkarte, Fotoapparat, Bleistift, Chinesisch Lexikon, 2 Handys, Kalender, Reisepass Cool ... nett oder? die Verkäuferin hat vielleicht gestaunt als ich den Pröl aus meinen Hosentaschen in mein neues Hab und Gut rübergeschaufelt habe), mache ich mich auf den Weg in mein Apartment. Der Hunger quält mich, das Aufladen der Visakarte lief nicht so verlockend einfach wie ich mir das vorgestellt hatte. Daher: Schick aber arm!

Ich werde von meinem Mitbewohner und Betreuer Christof in den Fresstempel "Food Republic" eingeladen, der mir wohl auch nach meiner Zeit in China nicht aus dem Kopf gehen wird, da er sich direkt gegenüber unseres Büros befindet. Hier gibt es chinesich, jawoll!! Zweite großartige Leistung des Tages nach dem Abwimmeln unzähliger Fakeartikelverkäuferinnen: Qing wen, nimen you kuaizi ma? Wo yao yi shuang! Björn bestellt STÄBCHEN und isst damit! Wahnsinn!

Erstes Fazit:Shanghai ist nicht nur die Stadt über dem Meer, sondern auch die Stadt des Lichts. Alles leuchtet, alles hupt, alle machen Stress! - Hallo? Ich bin Student, verdammt! Zwar ist der chinesische Gang ein sehr gemächlicher, aber wenn die auf dem Moped oder im Auto sitzen, ist die Hierarchie klar geregelt: der Stärkere gewinnt! Wer einen Funken ihrer Sprache spricht, erringt unendlich viele Sympathiepunkte. Ach ja, ich habe sogar hübsche chinesische Mädchen gesehen. Solls ja nicht geben, gibts aber doch! Proofed!